Montag, 12. September 2011

Die Subtilitätsfalle

Nachdem sich das Team von winterorbit.de in der Vergangenheit häufiger mit der Analyse von Verbotsschildern und den damit verhinderten gesellschaftlichen Auswirkungen befasst hat, wenden wir uns jetzt einem verwandten Themenkomplex zu.  Im Fokus unserer Betrachtungen liegen heute die weitaus gefährlicheren Hinweisschilder.

Äußerlich oft ähnlich gestaltet - nicht selten unter Verwendung von Piktogrammen -  haben Hinweisschilder doch eine vollkommen andere Funktion. Ihre Aufgabe liegt nicht in der Verhinderung spezifischer menschlicher Verhaltensäußerungen, sondern - wesentlich anspruchsvoller - in ihrer subtilen Lenkung.

Begreift man Lernen als eine Erweiterung der potentiellen Handlungsmöglichkeiten, die einer Person (Bürger) zur Ausübung seiner Funktion zur Verfügung stehen, so erschließt sich der listige Hintergedanke sofort: Dem zu lenkenden Objekt (Bürger), wird eine erwünschte Verhaltensweise nahegelegt, ohne es durch krude Verbote unnötig aufzuwiegeln. Letztlich wird es sein folgendes Verhalten für völlig natürlich halten und - im Erfolgsfall - mit hoher Wahrscheinlichkeit wiederholen. Dass er letztlich nur ein fremdbestimmtes Systemteilchen ist, wird ihm nicht bewusst.

Ein Beispiel für die Lenkung menschlichen Verhaltens wider dem freien Willen. Subtil, aber wirkungsvoll. Foto: winterorbit.de



Unser Fallbeispiel zeigt ein besonders erfolgreiches Hinweisschild (es befindet sich leicht versteckt im oberen, mittleren Bildbereich). Der subtilen Aufforderung des Schilderbesitzers wird offenbar anstandslos Folge geleistet, die räumliche Umgebung ist nahezu frei von Unrat.

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