Dienstag, 30. März 2010

Münsterlandreise #2

Wir sind heute angesichts des feisten Wetters erneut aufgebrochen, die tiefschwarzen Flecken der Heimat zu erkunden. Die Reise führte an dem ehemaligen Domizil der Dichterin Hülshoff vorbei Richtung Havixbeck. Etwas abseits größerer Straßen liegt dort ein weiteres Kleinod, man kann sagen: Eine Granate von einem Kaff.
Die wundervolle Ansammlung von Pflastersteinen und Fachwerk nennt sich Hohenholte. Kennern ist der Ort möglicherweise durch das westfälische Sprichwort "Wenn ich könnte wie ich wollte, wär ich stets in Hohenholte" bekannt. Nun, was macht dieses Dorf so magisch? Das ausgewogene Verhältnis von Wohnhäusern und Kneipen? Nein, es ist das rustikale kommerzielle Zentrum. Supermärkte, Kioske, Trinkhallen oder Tankstellen sucht man in Hohenholte vergebens. Dafür gibt es mittig im Dorf wahrhaftig einen Tante-Emma-Laden, zu betreten über einen gestandenen Wohnhausflur. Die Bedienung erfolgt bäuerlich-freundlich: Bezahlt man die 60 Cent für eine gekühlte Glasflasche Mineralwasser nach Großstädterart mit einem 5-Euro Schein, wird dieser als Wechselgeld unkompliziert zerrissen.

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