Donnerstag, 4. Februar 2010

Wer will nochmal, wer hat noch nicht?

Eine meiner besonderen Fähigkeiten als Scharlatan und Aufschneider ist es, populärwissenschaftliche Sekundärliteratur zu lesen und dann so tun als hätte ich jahrelang nix anderes studiert. So gerade geschehen mit einer Einführung in die Philosophie des berühmten Talkshowgastes Richard David Precht. Ein wirklich interessantes Buch, man kann es lesen, als hätte man es sich selber ausgedacht.

Gestern Nacht habe ich dann einiges über Arthur Schopenhauer (siehe Bild) gelesen. Der erinnert irgendwie an eine Art mittellosen Dagobert Duck, hatte sich aber ein paar ziemlich interessante Gedanken zurechtgelegt:

„Der Mensch kann zwar tun, was er will, aber er kann nicht wollen, was er will.“

Kurz: Vernunft, Bewusstsein, Denken: Alles nett, aber egal. Du kannst dir überlegen was du willst, letztlich wuppt dich dein Wille von hinten und macht was er will. Oder so ähnlich.

"Wenn er meint!" denken Sie jetzt und wenden sich anderen Dingen zu. Zum Beispiel der nächsten Seite: Precht beschreibt jetzt die Versuche von Benjamin Libet aus dem Jahr 1979.
Akte-X Fans aufgepasst: Libet verkabelte ein paar Versuchspersonen an Hand und Hirn und ließ sie auf eine sehr schnell laufende Uhr blicken. Die Probanden sollten nun irgendwann eine Hand bewegen und sich den Zeitpunkt der Entscheidung zur Bewegung anhand der Zeigerstellung der Uhr merken.
Das Ergebnis war toll: Der genaue Zeitpunkt, an dem die Patienten ihre Willensentscheidung verorten, liegt 0,3 Sekunden NACH Aktivierung des Bereitschaftspotentials der Muskeln in der Hand.

Kann man auf der Basis dieser Ergebnisse noch von einem bewusst gesteuerten Willen reden?
Eine plausible oder kreative Antwort ist mir 2 Rätselpunkte wert. Da wir aber, anders als Schopenhauer, in Zeiten der Neuen Medien leben, darf die Antwort 140 Zeichen nicht überschreiten.

Kommentare:

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  5. "Latenzausgleich" zur Bewegungskoordination, Bsp.:
    Fähigkeit, "im Takt" zu klatschen (Gospelchor vs. Musikantenstadl) -> der komplett "freie" Wille scheitert kläglich!

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  6. Ein interessanter Ansatz. Aus persönlichen Gründen reicht mir die Antwort allerdings noch nicht.

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