Dienstag, 9. Februar 2010

One Size Fits All

Eine der Aufgaben eines modernen Multimedia-Blogs ist es, den Lesern das zu erklären, was sie für ihre Welt halten. Dem wollen wir von winterorbit.de nur zu gerne nachkommen und widmen uns heute dem Thema "Kopfpauschale", da es hier sicherlich noch Aufklärungsbedarf gibt.

Bei der Kopfpauschale geht es nicht, wie vielleicht vermutet, um die schmutzigen Geschäfte korrupter Mützenmacher, nein, es geht um Vorschläge der seriösen Eigentümergemeinschaft "FDP".

Stellen Sie sich doch bitte einmal vor, sie wären vermögend. Sie würden in einem sehr großen Auto mit vielen Airbags umherfahren, in einer sicheren Gegend leben und ausschließlich gesunde Lebensmittel aus kontrolliert biologischem Anbau verzehren. Vor Kälte wären Sie geschützt durch modernste Jackentechnologien aus Skandinavien und falls doch einmal etwas passiert, twittern Sie den Notruf über ihr Iphone. Kurz gesagt: Sie leben ziemlich sicher und gesund.

Ist es da nicht eine ausgemachte Sauerei, dass Sie nur aufgrund Ihrer vorhandenen finanziellen Mittel mehr für die Krankenversicherung zahlen sollen als die Geringverdiener, die sich sowieso ständig betrunken gegenseitig verprügeln?

Na klar, und hier kommt der sympathische junge Gesundheitsminister, 17, ins Spiel. Er schlägt eine pauschale Abgabe von 109 Euro pro Bürger vor. Gut, oder? Nicht nur, dass damit der sozialen Gerechtigkeit im Staate genüge getan wäre, nein, auch ließen sich die noch benötigten 20 Milliarden Euro hervorragend mit weitreichenden Steuersenkungen finanzieren, oder so.

Trotzig macht der junge Mann ernst: "Wenn es nicht gelingt, ein vernünftiges Gesundheitsversicherungssystem auf den Weg zu bringen, dann will mich keiner mehr als Gesundheitsminister haben.", sagt er in der Betroffenheitsfernsehsendung "Beckmann", und hat damit teilweise recht.

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