Dienstag, 10. November 2009

Fertiggedichte

Wahre Lyrik schreibt der Zeitgeist! Und die neoliberale Marktwirtschaft auch!

Klar, alte Männer mit grimmen Gesichtern und längerhaarige Mittdreissiger in feinem Zwirn und mit feistem Titel, die galten bisher als Hauptverdächtige, wenn es um kunstvolle Sprachgebilde ging.
Thematisch vorrangig wurden die Liebe, die Jahreszeiten und die Blumen behandelt und es war alles schön und glänzte noch schöner und jeder war sich innerlich einig.

Aber, relativ nüchtern betrachtet, mag kaum jemand den alten Grimmen und den jungen Schnösel lesen, nein, man wendet sich ab von der geplanten Lyrik.

Trotzdem: Da ist sie, wenn auch in ganz anderer, ungeplanter Form, man muss nur die Augen offen halten.
Ein Beispiel:

" Der heilige Vater winkt ihnen zu.
Und mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe Ihres Autos befestigt, bringt er Segen auf allen Wegen.
15cm hoch, Kunststoff "

1 Kommentar:

  1. Das allerdings ist gut beobachtet und findet sicher bald Aufnahme in das - wie heißt es noch - curriculum, genau, da wird man es in den Lesebüchern analysieren und kaputt bereden wie alle Lyrik, die, da bin ich ganz anderer Ansicht als winterorbit, die welt spiegelt, wenn sie gut ist, man lese/höre zum beispiel:
    http://www.hermann-mensing.de/traum.htm

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