Freitag, 27. November 2009

Erste Risse

Neue Medien und Plattenindustrien - man könnte auch von Antagonisten reden. Die einen versprechen ein völlig neues, elektronisch datenverarbeitetes Lebensgefühl, eine neue Welt, in der einjeder nicht nur partizipiert, sondern auch Achtung erfährt.

Musik wird hier gelebt, rezipiert oder wertungsfrei akzeptiert. Das Angebot besticht durch Vielfältigkeit. Besondere Hörgewohnheiten werden individuell gefördert. Social Networking lässt das globale Dorf noch weiter zusammenwachsen.

Auf der anderen Seite die Plattenindustrien: Im Wirthaus des globalen Dorfes versuchen sie uns ein fades Stammessen zu servieren. Und zwar ungefragt.

"Der Konsument informiert sich in den Massenmedien über verfügbare Produkte. Bei hoher Passung zu seinem eigenen Geschmack oder nach Empfehlungen aus seiner Peer-Group greift er zu. Dass die Anzahl der verfügbaren Produkte gering ist, erfreut ihn, gibt es ihm doch die Sicherheit, keine falsche Entscheidung treffen zu können."

Verzicht auf Trägermedien bedeutet Verzicht auf Kontrolle. Verzicht auf Kontrolle bedeutet Verlust auf dem Markt. Nischenmärkte entstehen. Anarchie ist die Folge.
Erste Risse entstehen gerade: Das tolle Album von DJ Danger Mouse wird nach Streitigkeiten mit der Plattenfirma wohl nie auf einem Tonträger erscheinen, findet aber trotzdem seinen Weg zu den Hörern.


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